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Samstag, 2. Oktober 2010

... ? Lesson 1: Gang-Dance. Leadership and Ethic.

Ich sende Grüße und ein Hallo nach Deutschland. ;)

Da ich beim besten Willen nicht alles Posten kann was hier so passiert, gibt es jetzt einen Rundumschlag der alle Lücken füllen soll. In gebotener Kürze ab dafür.

Seit dem 11.09. steht die grobe Ferienplanung für Semesterferien, Weihnachten, Golden Week etc. Im Land der Farben, Geräusche, Hektik und der medialen Dauerbeschallung gehts zunächst einmal ins Disneyland Tokyo! Unter der Annahme dass ich nicht durchdrehe in dem Hort allen Caos werde ich dann das Land verlassen und versuchen Steine über die Mauer von Süd- nach Nordkorea zu werfen. :) In der Woche wird es also eine Blog-Exkursion in Richtung "How to Conquer South-Corea..." geben. Da Japan so flockig läuft muss ich einfach in weitläufigeren Dimensionen denken. Soweit so gut. Über die Weihnachtszeit geht es 2 mal 5 Tage in den Süden Japans - Silvester dann in der eigens dafür entworfenen Stadt Tokyo.

Der März eignet sich nicht zum studieren - also macht die ICU frei und ich werde Nord-Japan und ggf. noch 1 Woche Süden dran hängen! Die Golden Week wird dann mit Tagestrips um Tokyo herum verballert (Mai). Danach komme ich dann wieder. Hört sich erschreckend kurz an finde ich!

Lesson 1: Wenn uns die Westside-Story eines gelehrt hat, dann dass jede wirklich hippe Gang eine Tanzperformance braucht. Wenn uns die edlen Gebirgsjäger der Bundeswehr eines gelehrt haben, dann dass jede Elite-Truppe ein paar absurde Aufnahmerituale braucht. Ham wa auch gehabt. Die neuen Wohnheimsstudenten mussten/durften sich die Aufnahme ins jeweilige Wohnheim mit ein bisschen Würde erkaufen. Wie schon mal angesprochen hieß dies verkleiden und eine 4 Minuten Performance einstudieren. Ihr seht ein paar der wunderbaren Highlights. Das schöne ist dass man sich eine Woche lang keine Gedanken um Kleidung machen musste. Das von gestern einfach nochmal war angesagt. Unsere Performance stand unter dem Motto "Through the Ages", so we had:

1) The Beatles
2) Star Wars
3) Mr.Roboto+Mickey
4) Nsync
5) Spice Girls
6) Titanic
7) Lady Gaga

Keine Frage dass ich bei den Jungs von NSYNC aufgelaufen bin. Am Abend vor der Bakayama-Performance gab es die offizielle Begrüßungsparty. Spezialität an diesem Abend: Pferdesalami - was soll ich sagen: 美味しい です。Aber es gab noch einiges mehr. Der Song der Sekai-Boyz wurde raus geholt - beginnt mit "So sehn Sieger aus..." man sieht hier wurde bereits vorarbeit, für uns aktuelle deutsche Gesandtschaft, geleistet. Der Song des Global House wurde wirklich gut zum besten gegeben und die Tanztruppe hat die Hüften kreisen lassen. Schön wars.

Die Performance lief dann wie ein Länderspiel, es gab zwar, wegen zu viel Regen, keine Generalprobe, aber dank der generell hohen Bühnenerfahrung flutsche es. Vor der ganzen Uni inkl. Professoren haben wir vor dem Hauptgebäude gezeigt dass wir an die ICU gehören.

Bitte sehr - etwas zum immer und immer wieder angucken! ;) Wir wurden übrigens bereits gebucht, um auf der Süd-Nord-Koreanischen Mauer zu performen. Wenn David Hassel the Hoff die deutsche Wertarbeit hat einkrachen lassen befürchte ich, dass wir nebenbei auch noch Schiffe, wie vom Torpedo getroffen, sinken lassen können. Vi-Vi-Video

Leadership and Ethic: Damit beschäftige ich mich momentan. :) Viel mehr aber noch mit aktuellen Geschehnissen in internationalen Beziehungen. Mehr ist da eigentlich nicht zu zu sagen. Generell werden hier immer mal wieder die alten Meister raus geholt. Machiavelli, Kant, Freud ... . Ebenso interessant wie kompliziert. Achja, mein Freund Shiba-先生 scheint auch nichts auf das französische Militär zu geben, zumindest zählt er die nicht zu den Gewinnern des WWII. Hach, da ist die französische Kursteilnehmerin fast schon wieder an die Decke gegangen ^^. Naja, Fakt ist dass diese generelle Ausbildung beim erobern des Landes das damit wirbt, dass die Sonne hier aufgeht, hilfreich sein wird. Denke ich.

Leadership passt erstaunlich gut aufs Thema Fußball - Mensch was ne Überleitung, brilliant. Wir haben mittlerweile zwei Spiele hinter uns gebracht. Ein Sieg und eine Niederlage. Da ich bei meinen Trainingsauftritten im Tor etwas viel Dreck in meinen Blutkreislauf bekommen habe war an herum springen nicht zu denken. Also defensives Mittelfeld. Es ist so ungemein geil im Schnitt 20-30 KG und 10-20 cm Höhe mehr mit zu bringen. Man kann eigentlich keine Zweikämpfe verlieren - mir sind aber zwei der Pfeil schnellen Japaner unglücklich in die Schulter getaumelt. Sieht aus als wär ich gebissen worden. Nur Fouls gegen mich werden aus Prinzip nicht gepfiffen. Damn. Stehe hier vor dem selben Problem wie damals der gute Möller, man kann fliegen wie man will, niemand pfeift. Das zweite Spiel haben wir übels vergeigt, 3 zu 1. Immer noch nicht fit fürs Tor musste ich in die zentrale der Viererkette, da sich unsere deutsche Eiche doch tatsächlich den Miniskus gequetscht hat. Depp. Nun machen sich 82kg auf rutschigem Boden gegen leichte und bewegliche Japaner nicht besonders. Machte aber nichts, denn ich habe nen langsames Mädel als Gegnerin vorgesetzt bekommen und konnte die tatsächlich das ganze Spiel ausschalten. Trotzdem bin ich froh, dass mich niemand hat schimpfen und fluchen hören über unser Spiel. Die wären vom Glauben abgefallen.

Dank des Regens sind die letzten zwei Spiele ausgefallen und wir konnten ordentlich trainieren.

Tja, da habe ich doch nen paar Tage tot geschlagen. Wünsche den vielen Geburtstagskindern nochmal alles Gute.

Nachher ist wieder Training und dann gehts zum Baseball-Major-League Spiel! Schönes Wochenende!






Montag, 20. September 2010

... without bureaucracy? Without Ideas on Peace?

Da bin ich wieder... Der jüngste Stareinkauf der Dortmunder aus dem Land der aufgehenden Sonne hat den Schalkern grad mal wieder ne Kugel in die Maschen geschoben und da dachte ich mir so: Dennis, dachte ich mir - jetzt lässt du deinen wirren Gedanken mal wieder freien Lauf.

Ich nehme euch jetzt mit zurück in die guten alten Zeiten, in die Zeiten in denen sich der geneigte Student online für Klausuren und Kurse anmeldete. Damals war einfach alles besser :) An der ICU war am 07. September "Registration Day".
Ein Überblick:
  1. On-Campus Login an einem von ca. 60 Rechnern - von 9.00 bis 14.00 Uhr.
  2. Computergestützte Kurswahl in 4 Schritten. Erstellen eines Registrationsbogens und erstellen eines Druckauftrages.
  3. An einem der 8 Druckterminals einloggen und seinen Registrationsbogen, sofern er den Weg auf den Druckserver gefunden hat, ausdrucken. - bis 14.30 Uhr
  4. Mit dem Zettel in der Hand zu seinem Advisor (ein beliebiger Professor der ICU) tapern und sich seine Stundenplangestaltung absegnen lassen.
  5. In das Registrationsbüro rennen und seinen, vom Advisor unterschriebenen Registrationsbogen, einscannen lassen.
  6. Ein einen Computer, der einem am sympathischsten gesonnen scheint, setzen und die, durch mehrere Hilfskräfte vom Zettel übertragenen, Kurse bestätigen. - bis 15.00 Uhr
Wirklich interessant wird diese Prozedur in dem Moment in dem 5000 Studenten gleichzeitig unterwegs sind. Der pure Wahnsinn! Die Advisor Idee ist wahrscheinlich auch den Studiengebühren zu verdanken aber eigentlich sehr nett. Der Advisor ist verantwortlich dafür, dass sich ein Student weder zu viel, noch zu wenig zumutet, er wird über Fehlleistungen des Studenten informiert und betreut diesen während seines Aufenthaltes. Ich habe das ausprobiert! :)

Eine durchschnittliche Arbeitsbelastung besteht aus 13 Units pro Trimester. Nun belegt ein Japanisch-Kurs 6 Units (von der Arbeitsbelastung entspricht der aber - so munkelt die Studierendenschaft - ca. 10 Units) und meine anderen Kurse betrugen zu dem Zeitpunkt noch 8 Units, waren aber nicht richtig gebucht. Ich wusste das und dass sich das von selbst klärt, mein Advisor aber nicht. Zumindest hatte ich nach 2 Tagen direkt 4 e-Mails von Ihm, dem Educational Exchange Service und der Educational Affairs Group im Postfach. Frage mich ja was passiert wenn man sich hier als Langzeitstudent versucht?! Rechne mit einigen Herzinfarkten. Habe meine Kurse mitlerweile übrigens auf geschmeidige 12 Credits reduziert ( Also tatsächliche Belastung ca. 16 Units - für normale Kurse muss man im Schnitt 50 - 80 Seiten pro Woche lesen und nen paar Seiten tippen).

Am 08. September begannen dann die Kurse. So gibt es von nun an jeden Morgen 3 Stunden Japanisch und zusätzlich 3 weitere Kurse - meiner Tradition als Information Systems Student folgend sind dies a) International Relations and Global Order, b) Public Management und c) Ideas of Peace.
An diesem Mittwoch - dem Tag der ersten Kurse -gab es zwei Besonderheiten. Die erste, es hat geregnet! Die Zweite, es begann die Bakayama Initiation Ceremony Woche. Zu beiden Dingen gibt es ne Geschichte auf die Augen.
Zum Regen ist zu sagen, dass er auch hier eine gewisse Nässe bringt aber angenehm warm ist. ;) Leider hatte ich keinen Schirm und war schon in gewisser Schockstarre vor den 5 Minuten Fußweg. Anwohner der Oder kennen das, wenn es mal richtig regnet wird es schnell unangenehm und es kommt von überall Wasser. Womit ich norddeutsche Seele nicht gerechnet hatte war jedoch unser Hausmeister. Der kam mir entgegen gelaufen, eröffnete mit einem "おはようございます。これはわたしのかさです。" Guten Morgen, Hier ist mein Regenschirm. So habe ich ihn zumindest verstanden und nach etwas lamentieren hat er ihn mir dann auch in die Hand gedrückt. Sowas ist mir auch noch nicht passiert :). Er wollte ihn aber auch partout nicht zurück haben - als ich am nächsten Tag bei ihm vorbei schaute bestand er darauf, dass ich ihn behalte. Sehr netter Mensch. Sitzt den halben Tag bei uns im Tsuru (Aufenthaltsraum des Global House) und schaut Fernsehen mit Hausmeisterinnen. 

Die zweite Besonderheit war unsere Initiation Ceremony. So viel vorweg: Es geht darum dass sich alle Neulinge an der ICU, mit ihren jeweiligen Wohnheimen, eine Performance überlegen und bis zum Tag der Performance, entsprechende des Themas, verkleidet herum laufen. Ich war mit 4 anderen Leuten als bessere Version von NSYNC unterwegs.
Siehste da: (Arbeite btw. immernoch daran Bilder auf meinen Rechner zu kriegen, liefer die alle nach, sry)
Die Geschichte hatte den tollen Vorteil, dass ich mir eine Woche lang nicht überlegen musste was ich denn am besten anziehen soll. Aber Bakayama hat sich seinen eigenen Eintrag mit Video und allem drum und dran verdient. Kommt dann noch.

Ich habe übrigens heraus gefunden wie die Klimaanlage richtig funktioniert. Bislang war ich einem Übersetzungsfehler aufgessen und aufgrund der Dennis - Japanisch Sprachbarriere stand meine Klimaanlage durchgehend auf LOW. Durchgehend 16 Grad. Das Problem ist nunmehr gelöst. :)

Meine Kurse sind allesamt wirklich interessant. Habe mich in der ersten Woche mit Machiavelli, Ethik, Bürokratie-entwicklungen, verschiedensten Staatsformen, Staatsphilosophie und am Freitag mit dem Frieden an sich beschäftigt.
Meine Einschätzungen: Die Bürokratie dieses Landes bedarf einer grundlegenden Überarbeitung - werde hier ansetzten um meinen Einfluss auf Japan auszubauen.
Freitags gab es dann "Ideas of Piece" mit meinem und Deutschlands Freund Prof. Chiba. Kernthema zunächst einmal Japan vor, im und nach dem zweiten Weltkrieg .(mit regelmäßigen Einwürfen einer nach wie vor leicht angepissten Französin in meine Richtung :) - sehe da eher Neid weil der Prof. mich mehr mag als sie) Werde meine Studienfachwahl hier aber nochmal überprüfen müssen, da eine Kursteilnehmerin (Amerikanerin) die Angewohnheit hat unglaublich herum zu schleimen. Ich weiss nicht ob es im Sinne der Veranstaltung ist darüber nach zu denken sie aus dem geschlossenen Fenster zu feuern - werde mit dem Blick auf meine Ethik unterlagen dieses Problem ausdiskutieren.
Aber wie soll man ein Land erobern wenn man danach nicht einmal weiss wie es zu befrieden ist?! Also bleib ich dabei :)

Der Abend steht im Rahmen des letzten Skimi und des Clubbings. Gibts auch später.
Verabschiedung.